
Pathologisches Glücksspiel in Zahlen
Alle zwei Jahre untersucht das Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) das Glücksspielverhalten der deutschen Bevölkerung im Alter von 16 - 70 Jahren. Der Glücksspiel-Survey 2025 zeigt folgendes:
- 36,4 Prozent aller Befragten haben in den letzten 12 Monaten mindestens einmal an Glücksspiel um Geld teilgenommen, der Anteil der Männer (40,4 Prozent) ist dabei höher als der Anteil der Frauen (32,4 Prozent)
- bei 2,2 Prozent der Befragten liegt eine Glücksspielstörung vor
- mit leichtem Schweregrad bei 0,9 Prozent der Befragten
- mit mittlerem Schweregrad bei 0,6 Prozent der Befragten
- mit schwerem Schweregrad bei 0,6 Prozent der Befragten
- bezogen auf einzelne Spielformen sind von einer Glücksspielstörung besonders viele Spieler*innen betroffen bei:
- virtuellem Automatenspiel (32,5 Prozent)
- Glücksspielautomaten in Spielbanken (28,1 Prozent)
- Live-Sportwetten (27,0 Prozent)
Für Jugendliche ist Glücksspiel nicht erlaubt. Dennoch geben 11,6 Prozent der befragten 16-17-Jährigen an, in den letzten 12 Monaten mindestens einmal daran teilgenommen zu haben.
Der Glücksspiel-Survey 2025 erhob zum ersten Mal Daten zum Daytrading. Unter Daytrading versteht man sehr kurzfristige Börsengeschäfte, bei welchen Kauf und Verkauf in sehr kurzem Zeitabstand stattfinden.
6,5 Prozent aller Befragten gaben an, in den letzten 12 Monaten an Daytrading teilgenommen zu haben. Von den Daytrader*innen, die einmal im Monat oder häufiger solche kurzfristigen Börsengeschäfte tätigten, haben sich 63,7 Prozent auch an Glücksspielen beteiligt und 12,1 Prozent erfüllen die Kriterien einer glücksspielbezogenen Störung.
Daten aus der ambulanten Suchthilfe
Nach Auskunft der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) spielen die in Suchtberatungsstellen angebundenen Klient*innen mit der Hauptdiagnose "Pathologisches Glücksspiel" im Jahr 2023 bundesweit wie folgt:
- mit 39,7 Prozent ist das Spielen an Geldspielautomaten in Spielhallen die am meisten verbreitete Hauptspielform
- 20,1 Prozent spielen hauptsächlich Online-Automatenspiele
- 9,7 Prozent platzieren hauptsächlich Sportwetten
Kompakte Zahlen und Daten finden Sie auf der glücksspielspezifischen Themenseite der DHS.
Soziale Kosten des Glücksspiels
Die direkten sozialen Kosten, die in Deutschland durch das pathologische Glücksspiel entstehen, belaufen sich nach einer Studie der Universität Hohenheim (Becker, 2011) auf 152 Millionen Euro im Jahr. Dazu zählen zum Beispiel die Kosten für ambulante und stationäre Behandlung, Schuldnerberatung, Strafverfolgung etc.
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Faktenblatt Glücksspiel im Land Brandenburg (Stand 09/2025)