26.09.2014 | Suchtprävention
Gefahren des Rauchens während und nach der Schwangerschaft
In Deutschland rauchen schätzungsweise 30 Prozent der Frauen zu Beginn der Schwangerschaft. Die Hälfte von ihnen schafft es, mit dem Rauchen aufzuhören, aber etwa jede fünfte Frau entkommt der Sucht trotz aller guten Vorsätze nicht. Ungefähr jede zweite Frau greift nach der Schwangerschaft wieder zur Zigarette.
Bei einer bestehenden Tabakabhängigkeit ist es nicht leicht, aus eigener Willenskraft mit dem Rauchen aufzuhören - nur vier von zehn Schwangeren schaffen dies.
Schwangere Raucherinnen greifen durchschnittlich 13-mal am Tag zur Zigarette. Im Verlauf der neun Schwangerschaftsmonate summiert sich die Schadstoffbelastung für das Ungeborene auf rund 3.640 Zigaretten. Jedes zweite Kind in Deutschland lebt in einem Raucherhaushalt, jedes fünfte Kind ist im Mutterleib zum Passivrauchen gezwungen.
Rauchen in der Schwangerschaft verursacht Schäden beim Embryo sowie beim Neugeborenen:
Durch das Rauchen ist keine ausreichende Durchblutung der Plazenta gewährleistet. Dadurch wird das Embryo nur mangelhaft mit Nährstoffen versorgt.
Aber auch die Giftwirkung der Inhaltstoffe der Zigarette kann sich schädigend auf das Ungeborene auswirken.
Das äußert sich z.B.in:
- Fehlgeburt, Frühgeburt, Totgeburt
- einem geringen Geburtsgewicht
- plötzlicher Kindstod
- Hyperaktivität
- Lernproblemen
- einer verzögerten geistigen Entwicklung
- Asthma, Allergien
- Diabetes
- Übergewicht
- einem erhöhten Leukämierisiko
Vorteile für das Ungeborene beim Rauchstopp
Wenn Schwangere mit dem Rauchen aufhören, lohnt sich das in kürzester Zeit - nicht nur für das ungeborene Kind, sondern auch für die Mutter. Schon wenige Stunden nach dem Rauchstopp stellt sich der mütterliche Körper um.
- Nach circa 20 Minuten sinken Puls und Blutdruck.
- Nach acht Stunden vermindert sich der Kohlenmonoxidgehalt im Blut.
- nach 24 Stunden nimmt das Herzinfarktrisiko der Mutter ab.
- Es wird eine ausreichende Sauerstoff- und Nahrungsversorgung für das Embryo sichergestellt.
Folgen des Passivrauchens
Über 2,2 Millionen Kinder im Alter bis zu fünf Jahren leben in Deutschland in einem Haushalt mit mindestens einer rauchenden Person. Insgesamt liegt die Anzahl der Kinder und Jugendlichen (Personen bis 17 Jahre) in einem Raucherhaushalt bei 8,4 Millionen. Das bedeutet, dass jedes zweite Kind oder jeder zweite Jugendliche betroffen ist. Passivrauchen verursacht enorme Gesundheitsschäden, vor allem bei Kindern und Jugendlichen.
Das Passivrauchen nach der Geburt gilt als wichtige Ursache für den plötzlichen Kindstod. Das Risiko, daran zu sterben, ist für einen Säugling in einem Raucherhaushalt mindestens doppelt so hoch wie in einem Nichtraucherhaushalt.
Auch langfristige Folgen des elterlichen Zigarettenkonsums auf die körperliche und geistige Gesundheit von Kindern können nicht ausgeschlossen werden. Da sich Rauchpartikel und Schadstoffe auf Möbeln, Gardinen und Teppichen ablagern und beständig in die Luft abgegeben werden, sollten Wohnung und Auto unbedingt zur rauchfreien Zone erklärt werden.
Letztlich ist jedoch nur der Verzicht auf das Rauchen der einzig wirklich konsequente Schritt, um Kinder vor Passivrauchen zu schützen.
Sorgen Sie daher für eine gesunde, rauchfreie Umgebung und senken damit das Risiko für
- Erkrankungen der Atemwege,
- Reizungen von Augen, Nase, Mundhöhle und Rachen
- das Auftreten von Asthmaanfällen,
- eine eingeschränkte Lungenfunktion und
- Mittelohrentzündungen.
Denken Sie auch an die Vorbildfunktion gegenüber Ihren Kindern. Rauchen Sie möglichst gar nicht, in jedem Fall nicht im Beisein Ihrer Kinder.
Hilfen zum Rauchstopp
Die BZgA-Website www.rauchfrei-info.de bietet Raucherinnen und Rauchern umfangreiche Informationen und bewährte Tipps zum Aufhören.
Das Rauchfrei-Ausstiegsprogramm der BZgAbegleitet und unterstützt Aufhörwillige über 21 Tage hinweg mit vielen Infos und Empfehlungen.
