Zentralstelle für Glücksspielsucht Brandenburg
Ein Projekt der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. (kurz BLS)
Verlässliche Angaben liegen für Deutschland bislang nicht vor.
Verschiedene Studien zeigen, dass 70 bis 90% der Erwachsenen zumindest schon einmal Glücksspiele gespielt haben.
In Deutschland weisen 0,1 - 0,6% der erwachsenen Bevölkerung ein problematisches oder pathologisches Spielverhalten auf (Bühringer, Kraus, Sonntag, Pfeiffer-Gerschel & Steiner, 2007; Buth & Stöver, 2008).
Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) wird aktuell von 100.000 bis 170.000 beratungs- und behandlungsbedürftigen pathologischen Spielern ausgegangen.
| Pathologisches Spielverhalten | Problematisches Spielverhalten | |
|---|---|---|
| Brb 3.297 | Brb 7.115 | |
| Bühringer et al (2007) | BRD 103.000 (0,20%) | BRD 149.000 (0,29%) |
| Brb 3.405 | Brb 4.938 | |
| Buth & Stöver (2008) | BRD 290.000 (0,56%) | BRD 340.000 (0,64%) |
| Brb 9.241 | Brb 10.561 | |
| BZgA (2008) | BRD 100.000 (0,19%) | BRD 225.000 (0,41%) |
Brb - Land Brandenburg
Im Auftrag des Bremer Instituts für Drogenforschung (vertreten durch Prof. Dr. Heino Stöver) wurde eine Befragung von insgesamt 8.000 in Deutschland lebenden Personen zu ihrem Glücksspielverhalten durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Be-fragung stellen in Bezug auf die 18 bis 65-jährige Bevölkerung erstmalig ein repräsentatives Abbild des Glückspielverhaltens der Deutschen dar. Nahezu 40% der befragten Personen nahmen im Laufe der zurückliegenden 12 Monate an einem Glücksspiel teil.
0,5% aller 8.000 befragten Personen erfüllten die Kriterien einer pathologischen Spielsucht. Eine Berechnung nach Bundesländern ergibt hiernach für Brandenburg eine Anzahl von ca. 9.240 Personen, deren Spielverhalten als pathologisch einzustufen ist und ca. 10.560 Menschen mit einem problematischen Spielverhalten.
Die Anzahl pathologischer Spieler/innen in Deutschland liegt im internationalen Vergleich über den Werten aus Norwegen (0,15%) und Großbritannien (0,3%), aber unter den Anteilen aus Schweden (0,6%), der Schweiz (0,8%) und Spanien (1,7%).
Genau ein Drittel aller befragten Personen nahm im zurück-liegenden Jahr am Zahlenlotto („6 aus 49“) teil; es folgen Rubbellose (12%), Glücksspirale (6%), Klassenlotterien (5%), Sportwetten (4%), Spielautomaten (3%) und Casinospiele (3%). Die Mehrheit dieser Spieler hat sich während dieses Zeitraumes an mehreren Spielarten beteiligt. Lediglich bei den Teilnehmern des Zahlenlottos geht ein beachtenswerter Anteil von 46% ausschließlich dieser einen Glücksspielart nach.
Nach den Ergebnissen der Befragung stammen 40% aller für Spielautomaten getätigten Geldeinsätze von Personen, die ein pathologisches Spielverhalten aufweisen. Bei den klassischen Lotterieprodukten liegt dieser Anteil hingegen bei vergleichsweise geringen 2% bis 3%.