Zentralstelle für Glücksspielsucht Brandenburg

Ein Projekt der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. (kurz BLS)

URI: http://www.spielsucht-brandenburg.de/

Glücksspielsucht - was ist das?

Wie bei vielen anderen menschlichen Verhaltensweisen, können sich im Zusammenhang mit dem Glücksspiel auch Formen heraus-bilden, die als problematisch oder gar krankhaft einzustufen sind. Als problematisch können all jene Formen des Glücksspiels be-zeichnet werden, bei denen die Art, in der das Spielen betrieben wird für die Betroffenen und /oder ihr soziales Umfeld negative Konsequenzen nach sich zieht.
Wenn ein Mensch trotz erheblicher persönlicher Nachteile, wie
z.B. größeren finanziellen Verlusten, weiter spielt, dann hat er möglicherweise die Kontrolle und Entscheidungsfreiheit über sein Verhalten verloren.
Das so genannte pathologische Glücksspiel wurde durch seine Aufnahme in die internationalen Klassifikationssysteme DSM-IV und ICD -10 als Krankheit anerkannt und wird den Impuls-kontrollstörungen zugeordnet.

Grundsätzlich lassen sich folgende Formen des problematischen Spielens unterscheiden:

  • Risiko- und Verlustspieler
    Bei dieser Form des problematischen Spielverhaltens steht die Beeinträchtigung der finanziellen Verhältnisse im Vordergrund.
    Die betroffenen Spieler spielen auch nach längeren Verlustphasen weiter. Der irrationale Gedanke, dass
    nach so viel Pech zwangsläufig auch mal wieder eine Gewinnphase einsetzen muss, ist hier meist der entscheidende Antrieb zum Weitermachen.
    Um das Spiel bis zu dieser Phase aufrecht zu erhalten, wird notfalls und nicht selten die Grenze zur finanziellen Verschuldung überschritten.
  • Verzweiflungsspieler
    Verzweiflungsspiel kann als eine Weiterentwicklung
    des Risiko- oder Verlustspiels angesehen werden.
    Die Betroffenen manövrieren sich häufig in eine Situation, in der sich ein kaum mehr zu bewältigender Schuldenberg aufgebaut hat. Da der lebensweltliche Horizont in dieser Phase bereits extrem auf das Glücksspiel eingeengt ist, liegt der einzig mögliche Lösungsweg zur Bewältigung ihres Schuldenproblems aus Sicht der Betroffenen im Weiterspielen. Schließlich müsse der ja bereits lange überfällige Gewinn ausreichen, um alle Schulden zu begleichen.
  • Exzessivspieler
    Für viele Spieler ist der Nervenkitzel das Hauptmotiv für das Glücksspiel. Wie bei fast allen Betätigungen und Konsumgewohnheiten lässt in der Regel auch beim Glücksspiel der extreme Nervenkitzel bei häufiger Wiederholung nach.
    Auch wenn der Begriff im eigentlichen Sinne aus dem Bereich der Substanzabhängigkeit kommt, kann man
    hier von einer Form der Toleranzbildung sprechen.
    Durch ständiges Erhöhen der Einsätze und immer riskantere Formen des Glücksspiels versuchen die Betroffenen das Niveau des Nervenkitzels aufrecht zu erhalten oder gar zu erhöhen.